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Publikacja nr
8
rok szkolny
2002/2003

 
Archiwum publikacji
w serwisie Publikacje edukacyjne

Sprechende Fotos (Mówi±ce zdjêcie)

Materia³ po¶wiêcony zastosowaniu zdjêæ w nauczaniu jêzyka obcego, tu niemieckiego. Zawiera kryteria doboru zdjêæ i przyk³ady pracy ze zdjêciem na lekcji.

"Sprechende Fotos" - sind Fotos aus dem Alltagsleben, die einen eingefangenen Moment wiedergeben. Mit einem solchen Foto wird ein Stück Wirklichkeit in den Unterricht geholt und festgehalten. Was aber die gewöhnlichen Fotos "zu sprechenden Fotos" macht, ist ihr Appellcharakter. Sie enden nicht mit dem Bildrand, sondern fordern die Betrachter auf, über den Rahmen hinauszugehen.

Ein "sprechendes Foto" bietet dem Betrachter Möglichkeiten der Identifikation, d.h. er kann sich in den festgehaltenen Moment hinein geben und reagieren. Ein emotionales Beteiligsein ist nicht nur nicht ausgeschlossen, sondern geradezu erwünscht. Aus diesem Grund werden Fotos mit einer Struktur gewählt, die den Betrachter zu ungesicherten Vermutungen veranlassen. Ungesichert sind sie, da hier ein und dieselbe Bild-"Wirklichkeit" ganz unterschiedlich interpretiert werden kann und es dabei keine richtige und falsche Interpretation gibt. Das Spekulieren und Erraten von Zusammenhängen und das Erfinden von Geschichten soll die Schüler zu unterschiedlichen Reaktionen und Interaktionen herausfordern, indem sie sich gegenseitig widersprechen oder zustimmen, Lösungsvorschläge ergänzen, Alternativen aufzeigen und Korrekturen anbringen. Die Interpretation des Bildes wird nicht vom Lehrer suggeriert. Sie kommt allein von den Teilnehmern der Gruppe. Alle Aussagen der Schüler sind berechtigt und gleichwertig.

Die Arbeit mit "sprechenden Fotos" im Unterricht hat authentisches Sprechen zum Lernziel, d.h. der Schüler spricht als Ich-Person über seine Eindrücke und Empfindungen. Authentisches Sprechen ist immer dann möglich, wenn der Betrachter sich affektiv - positiv oder negativ - von einem Foto im wahrsten Sinne "angesprochen" fühlt und entsprechend verbal reagieren kann.

Es gibt bestimmte Auswahlkriterien für die Eignung der entsprechenden Bilder im Unterricht. Zu den wichtigsten gehören:

Realitätsbezug zu Lernenden: Die Bilder sollen Elemente enthalten, die dem Schüler vertraut sind, so dass er eine Beziehung zwischen seiner eigenen Erfahrungswelt und der Bildwirklichkeit herstellen kann.

Damit seine Phantasietätigkeit angeregt wird, genügt es jedoch nicht, wenn die Fotos nur den gewohnten Alltag widerspiegeln und bestätigen, sondern es müssen weitere Elemente hinzukommen: fremde, ungewöhnliche Elemente, die einen Bruch mit der vertrauten Realität des Schülers bewirken und ihn stutzig machen. Verfremdendes, Widersprüchliches in einem Bild kann den Blick verlangsamen und ein genaueres Hinsehen bewirken sowie die Neugier schaffen, nach einer Erklärung zu suchen. Erst wenn es gilt, Gewöhnliches mit Ungewöhnlichem zu verbinden, hat man Lust zu sprechen.


REKLAMA

Die Fotos können ebenfalls dazu anregen, Vergleiche anzustellen. Vergleiche zwischen Ähnlichem und Verschiedenem, nicht nur in bezog auf die persönlichen Erfahrungen, sondern eventuell auch zur anderen Kultur. Was ist im Bild anders als ich es kenne?

Auch in "landeskundlichem" Zusammenhang sind Bilder, die Fragen aufwerfen, wesentlich geeigneter, als Bilder die schon fertigen Antworten beinhalten.

Man wählt Bilder, die anregen weiterzusuchen, sich genauer zu informieren und das Interesse für Unbekanntes wecken.

Fotos, die bereits alle Informationen enthalten und somit eindeutige Aussagen hervorrufen, sind für das Gespräch in der Klasse weniger reizvoll und ergiebig als mehrdeutige Bilder, die Hypothesen ermöglichen und Anlässe zu Vermutungen bieten.

Deshalb ist die Offenheit von Bildern ein weiteres Auswahlkriterium. Wenn ein Bild keine Fragen mehr zulässt, handelt es sich um ein geschlossenes Bild; wenn es dagegen nicht mit dem Bildrand endet, so bedeutet dies für den Betrachter, dass er sich vorstellen kann, was räumlich davor, dahinter und daneben, was zeitlich davor und danach liegt.

"Sprechende Bilder" sollen allerdings nicht zu offen sein. Wenn sie zu viele Möglichkeiten der Interpretation offen lassen, wenn sich keine Deutung eher verteidigen lässt als eine andere und somit alle Aussagen richtig sind, dann gibt es keinen Anlass zur Diskussion in der Gruppe.

Damit es zu einem Gespräch über widersprüchliche Interpretationen kommen kann, muss das Bild Details enthalten, die die jeweilige Interpretation unterstützen und glaubhaft machen. Details beschränken die Phantasie nicht, sondern im Gegenteil eher stimulieren. Details bewirken, dass man ein zweites oder ein drittes Mal hinsieht und dabei Einzelheiten entdeckt, die erste Wahrnehmung vervollständigen.

Im Vordergrund steht immer das freie Sprechen über ein Bild. Die Schüler sammeln ihre Gedanken zu einem Bild, die dann getrennt werden in:
a) reine Beschreibung einerseits;
b) Interpretation und Assoziationen andererseits.

Es gibt keinen Mustervorschlag zur Arbeit mit "sprechenden Bildern". Die Vorgehensweise hängt von der Struktur des jeweiligen Bildes ab.

Die Arbeitsformen variieren von Partner- und Kleingruppenarbeit bis zur Arbeit im Klassenverband und Einzelarbeit zu Hause.

Wie kann ein Lehrer bei der Bildinterpretation helfen? Natürlich durch Fragen, die Ideen stimulieren und zum intensiveren Sehen anregen, wie z.B.:
1. - Welche Personen, Gegenstände sind auf dem Bild zu sehen?
- An welchem Ort?
- Was für eine Situation wird hier dargestellt?
2. - Welche Assoziationen, welche persönliche Erfahrungen ruft das Bild wach?
3. - Welches allgemeine Thema, über das man sprechen könnte, wird durch das Bild angesprochen?

Selbstverständlich treffen nicht alle Fragen auf jedes Bild zu. Sie sind aber als Hilfe für den Lehrer gedacht und nicht für die Hand des Schülers.

Im Folgenden ein Beispiel einer Bilddidaktisierung, ein Vorschlag zur Arbeit mit einem "sprechendem Foto" anhand des Fotos "Kinder auf dem Hochhausbalkon" von Hans-Jörg Anders*.


"Kinder auf dem Hochhausbalkon"

Diese Aufnahme zeigt in Stück Wirklichkeit, zeigt, wie Kinder in der Großstadt inmitten von Hochhäusern leben: sie wachsen in einem Wohnturm auf, wo der Balkon den Spielplatz ersetzt und den Blick auf eine Steinwüste freigibt. Es gibt hier einen sehr starken Kontrast zwischen den beiden kleinen Kindern und der großen Stadt aus Beton.
- Die Schüler äußern spontan ihre Eindrücke.
- Dann kann man sie durch Fragen dahinführen, dass sie die gezeigte Stadtlandschaft charakterisieren (Massen von Wohnblöcken verschiedener Höhe, aber im gleichen Baustil, Grünanlagen auf Dächern, Betonklötze, eintönig, trostlos ... )
- Von der Körperhaltung der Kinder ausgehend (die drückt Langweile aus, die beiden hängen herum) , die Aufmerksamkeit der Schüler auf den Alltag und das soziale Umwelt lenken:
Wie sieht ihr Alltag aus?
Was können sie nach der Schule machen?
Wer kümmert sich um sie?
Was tun die Eltern?
Mit welchen Einschränkungen, Verboten, Gefahren müssen sie leben?
Wie sieht das Wochenende aus (als Kontrast zum Alltag)?

Im Klassengespräch kommen sicher auch eigene Erfahrungen der Schüler zur Sprache.
- Die Schüler überlegen (möglichst in Gruppen) welche Wünsche diese Kinder haben könnten.
- In der Klasse Überschriften zum Bild sammeln.
- Hausaufgabe: Jeder Schüler schreibt einen kurzen Text zu der Überschrift seiner Wahl.

Im Vordergrund der Arbeit mit einem "sprechendem Bild" steht immer das freie Sprechen über das Bild, jedoch kann im Unterricht auch die Fertigkeit "Schreiben" mitberücksichtigt werden. Einmal können die Schüler ihre Gedanken zu einem Bild notieren, ein anderes Mal kann ein schriftlicher Kommentar zu einem Bild als Hausaufgabe vorgeschlagen werden, wie am obigen Beispiel.

Literatur:
1/Projekt Didaktik und Methodik für den Unterricht DaF in Frankreich - BILD als Sprechanlass - Sprechende Fotos von Marie-Luise Brandi, Hermann Dommel, Brigitte Helmling - Goethe-Institut 1988 mit finanzieller Unterstützung der Robert-Bosch-Stiftung;
* Das obige Foto stammt aus dieser Bildersammlung für den Unterricht.
2/Spielen und Lernen, D-Velber-Verlag GmbH, Seelze.
3/Bildergeschichten im Deutschunterricht für Ausländer, Helmut Lusensky, Herbert Schreiber, Verlag Enzyklopädie Leipzig 1979

Edwarda Paj±k
Zespó³ Szkó³ im. X. Dunikowskiego w Zawierciu


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